RasenBall Leipzig vs. FC Schalke 04 e.V.

Am 3.12.2016, nur zwei Wochen nach dem großartigen Erfolg in Wolfsburg trat die Reisegruppe Königsblauer Fläming erneut an. Der Plan sah dabei folgendermaßen aus:

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Seit dem Ende des Spiels sind mehr als 24h vergangen und der Autor des Artikels sieht sich nun in der Lage, reflektiert über dieses gottverdammte Scheißspiel gegen diesen Scheißverein mit diesem Scheißschiedsrichter und dem unsäglichen Ergebnis in einem scheißkalten Stadion über diese Unternehmung zu schreiben.

Wie die Lithurgie solcher Reisen es von uns verlangt, trafen wir uns um 14.30 Uhr bei gefühlt angemessenem Fussballwetter an pikanter Stelle. Dank eifrigen Gewusels um Karten konnten sogar zehn von uns die Reise antreten wobei die Mitreisenden nahezu deckungsgleich mit dem Team von vor zwei Wochen war. Lediglich Marion und Edna wurden durch Manuela und Lennard ersetzt, fügten sich aber erwartungsgemäß hervorragend ins Team ein, als hätten sie nie etwas anderes gemacht.

So bestiegen wir den Bus und schafften die 8 Minuten bis Altes Lager, wo wir eine wichtige Stütze der Abteilung Stimmung und Diplomatie, unseren Andre, einsammeln wollten, ohne große Pausen. Wir waren das erste Mal stolz. Kurze Zigarettenpause und dann aber los, weil eigentlich hatten alle ganz schön Durst waren wir schon ganz schön spät. Die Bustüren waren noch nicht mal geschlossen, da offenbarte sich Frank mit dem Wunsch, uns allen jeweils ein Geschenk in Form einer Kiste Bier machen zu wollen. Da haben wir kurz überlegt und, obwohl wir nicht der Meinung waren, Frank hätte sich besonders bedanken müssen, nahmen wir an. Man muss sich ja nicht unnötig streiten. Später hatte Bodo noch die gleiche Idee und nun, wir entschieden wieder positiv. Das führte im Bus zu bester Stimmung, ich will fast sagen, zu sowas wie Romantik:

mde

sdr
Manu kümmert sich um die wichtigen Dinge: Kartenverteilung. Gute Frau!
bty
Eine Idylle, sag ich Euch…..

sdr

Nach nur einer Pause waren wir dann pünktlich am Stadion. Naja, zumindest in der Nähe. Kurze Uneinigkeit herrschte über den Weg zur Spielstätte, es kommen erste Verwunderungen über die Logistik auf. Ganze Profis, die wir mittlerweile sind, fanden wir den Weg, wir fanden auch die Kartenkontrolltische, nur leider fand man uns auf den Kartenkontrolllisten nicht. Logistik at it´s best. Aber: wir fanden Martin, der aus KMS zu uns kam, und hey, wir freuten uns dolle! Hier schon dann aber etwas, das sich am Abend häufen sollte: Dämliche Idioten, die einen kausalen Zusammenhang zwischen jedwedem unschönen Ereignis des Abends mit dem Ort des Stadions herstellen wollten und dabei vergaßen, dass alle, die hier versammelt waren, das gleiche Logo auf der Kleidung hatten. Andre, unser Diplomat konnte hier noch beherzt eingreifen und die Stimmung schlichten, wenngleich er die Wahrheit über seine Herkunft, naja, etwas ausdehnte…Lachen mussten wir dennoch. Aber ich schweife ab. Wir waren dann jedenfalls hinter den Eingangstüren, wobei diese mich gleich wieder an die Zustände von Wolfsburg erinnerten. Sei´s drum, wir waren drin. Und mussten Treppen hoch. Und wieder runter. Und wieder hoch. Und als wir dann oben im Block waren: mussten wir wieder runter, um festzustellen, dass in diesem Stadion weder Wege, noch Toilettenanzahl, noch Essensangebot und schon gar nicht das Getränkeangebot erstligareif waren. Hübsch isses dennoch irgendwie:

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Und daher war dann auch die Laune eigentlich bestens:

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Zu diesem Zeitpunkt war zumindest der mittlere Typ noch immer der Meinung, die Auswärtsbilanz weiter in Positive reißen zu können. Wie jeder weiß, war das etwas euphorisch, denn bereits nach 19 Sekunden das hier:

So klar das natürlich niemand von uns gesehen, vielmehr waren wir recht erschrocken über die Entscheidung, weil wir eben das sahen, was war: nichts. Der Typ besaß dann nach dieser Aktion die Dreistigkeit auch noch selbst zu schießen, was aber wiederum passt, weil ein Gefoulter soll ja nicht schießen (diesen Gag habe ich mir nicht ausgedacht, der ist irgendwo im Netz aufgetaucht). Das Ding war drin, der Ärger groß, der Support danach aber super und so wurde auch die Mannschaft immer stärker. Der Jubel beim 1:1 in der 31. Minute den Vorereignissen und der Antipathie geschuldet, brachial. Bis zur Halbzeit war Schalke dann klar spielbestimmend, hätte gut und gern auch in Führung gehen können. Im Block war man durchaus gewillt zu glauben, hier heute was reißen zu können. Doch, history repeating, zwei Minuten nach Wiederanpfiff das 2:1. Das bot den Leipzigern dann die Möglichkeit, ihr cleveres, schnelles und durchaus erfolgreiches Konterspiel durchzuziehen, begünstigt durch große Lücken im Mittelfeld und einer Vielzahl von ungenauen, ja sogar richtigen Fehlpässen. Die Stimmung im Block wechselhaft, dennoch als amtlich zu bezeichnen. Der Schiri sorgte dabei dafür, dass es nie so richtig leise wurde. Mit zunehmender Spieldauer und der Gewissheit, dass es wohl heute nicht reicht, wurde es etwas ruhiger und vor allem kälter. Für etwas anheimelnde und versöhnliche Wärme sorgte dann doch die Mannschaft:

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Tolle Geste, Jungs. Im Nachgang stachelten die RB-„Fans“ die Ultras noch etwas an und ich war ein bisschen froh, dass die beiden Lager durch verschiedene Höhenlagen voneinander getrennt waren.

Der Rückweg zum Bus war dann wieder treppauf, treppab, flussauf- flussabwärts und vor allem kalt. Es war spätestens hier klar: Außer dem Fussball ist hier nichts erstligatauglich. Und wieder diese dämlichen und absolut unnötigen „Wir hassen Ostdeutschland“-Rufe. Aber Schwamm drüber, denn wir fanden unseren Bus! Und wir hatten ja Gott sei Dank unsere Abteilung Stimmung dabei, so dass die Rückfahrt dennoch ein Amüsement wurde:

bmd

Sie gaben einfach nicht auf. Man ist fast geneigt, sie als die Ultras des Königsblauen Fläming zu bezeichnen. Busfahrer Frank brachte uns sicher nach Hause, die Musik war bis kurz vor dem Ziel sogar auszuhalten, wenngleich ich da immer noch Rede-, ja sogar Handlungsbedarf sehe.

Kurzum, abseits aller Widrigkeiten war es ein gelungenes Happening und umso ernüchterter mussten wir feststellen, dass die Reisegruppe Königsblau in dieser Form erst wieder in knapp einem Jahr auf Tour sein wird. Dann aber wieder so richtig. Und dann auch wieder in LE und dann wird Pfand eingelöst, Freunde!

2 Antworten auf „RasenBall Leipzig vs. FC Schalke 04 e.V.“

  1. Glück auf Lars,

    Du könntest Dein Geld auch leichter verdienen. Bist eine echte Herrausforderung für die schreibende „fachliche“ Zunft. Danke.

    Noch ne Frage: Wer kommt am Donnerstag und wie sieht es mit Fahrgemeinschaften aus?

    Glück auf

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