Frohe Weihnachten

Der Vorstand des Königsblauen Flämings wünscht allen Mitgliedern und ihren Familien ein frohes Weihnachtsfest und ein herausragendes 2018.

Hertha BSC vs. FC. Schalke 04

Deutschlands Medienlandschaft rätselt seit Samstag über den Kniefall der Hertha-Profis im Vorfeld des Spiels gegen den FC Schalke 04. PR-Aktion? Tief empfundene Empathie und daraus resultierende Solidarität für die diskriminierten Sportler in den Vereinigten Staaten? Stabilitätsprobleme? Schlechter Rasen? Alles Quatsch. Folgendes ist nämlich passiert:


Ja richtig! Die Proskynese war schlicht und ergreifend eine dem Ritus entsprechende Ehrerbietung für die Reisegruppe des Königsblauen Flämings, die selbstredend wieder nach Berlin fuhr.
Begleitet von erneut strahlend blauem Wetter traf eben diese Reisegruppe um ca. 10.30 Uhr am Hauptbahnhof Jüterbog zusammen.
Der Hauptsponsor des Gegners war dann so nett uns pünktlich aufzunehmen und wir dann so höflich, ordentlich Platz zu nehmen:

Geht doch nichts über Disziplin. Diese war auch vonnöten, denn Erich und Andre schienen das neue Fanmotto „Heute wird gesoffen, bis Di Santo trifft“ zum Anlass genommen zu haben,wegen ihrer Ehrentage zwei Kisten Bier zur Verfügung zu stellen. In Relation zur antizipierten Reisedauer ein durchaus ambitioniertes Projekt. But: Challenge accepted!Die Anreise ging dann recht flüssig und wurde von rituellem Berlin-Sightseeing- am Hauptbahnhof unterbrochen. Hier kümmerten wir uns dann um eine Erweiterung des Horizontes:

Jaha! PICCOLÖCHEN! Jüterboger sind eben auch Cosmopoliten!
Sollte an dieser Stelle des Textes nun der Eindruck entstehen, wir würden ausschließlich wegen des Alkohols zu Fußballspielen reisen, so sei entschieden und klar erklärt:

Mitnichten! Essen ist uns auch sehr wichtig. Und wir brauchten Ketchupflecken auf weißen Jacken, weil sonst hätten wir ja in den folgenden 1,5 Stunden keinen Running-Gag mehr gehabt. Diese 1,5h verbrachten wir auf den Stadionterrassen, tranken Kamillentee, führten kopfzerberstend intellektuelle Gespräche und genossen die Sonne. In zeitlich relativer Nähe zum Anstoßzeitpunkt begaben wir uns dann zum Block, der gut gefüllt, jedoch erstaunlich ruhig war. Mit Beginn des Spiels war dann die Ursache geklärt. Beileidsbekundung für einen verstorbenen Ultra. Die ersten sechs Minuten des Spiels gab es berechtigterweise keinen Support. Anschließend dann aber spieldurchgängig dem Stadion entsprechend angemessen. Die Leute in der Ostkurve ergaben sich in niedlichen Provokationen, die in einem Spruchband gipfelten, das zeigt, dass man da drüben nicht allzu viel verstanden zu haben scheint. Sei es drum, am Ende gab es die Retourkutsche:


Wer so unbeholfen eine Pseudofeindschaft kreieren möchte, muss eben auch damit leben. Oder seine Fankurve zügig räumen. Man scheint sich in Berliner Fankreisen für die letzte Variante entschieden zu haben:

sdr

2 Tore in Berlin geschossen, keines kassiert. Damit ist über das Spiel selbst aus fußballerischer Sicht alles gesagt. Schalke kann also auch in Berlin noch gewinnen. Der Kniefall der Herthaner ist demnach auch auf sportlicher Ebene völlig berechtigt gewesen. Egal, wie die Presse das sieht.
Die Mannschaft solidarisierte sich noch mit den Fans und übernahm medienwirksam die Fahne, die den verstorbenen Fabian ehrte. Hiernach begaben wir uns beseelt und äußerst zügig auf den Heimweg. Das ging alles so schnell, dass einige zwar um 20.05 Uhr wieder auf der heimischen Couch lagen, jedoch, vermutlich aufgrund der hohen Reisegeschwindigkeit, den Verlust ihrer Fan-Devotionalien nicht mitbekamen.
Erneut ein wunderbarer Ausflug. Ab jetzt wird im Fanclub auch nicht mehr über Statistiken bezüglich Auswärtsfahrten von einzelnen Mitgliedern gesprochen. Was besprochen wurde und was sicher ist: Berlin, Gelsenkirchen kommt wieder. Ihr dürft dann aber auch Schalke sagen!

Hannover 96 vs. FC Schalke 04 e.V.

Ich schau den anderen wieder mal beim Jubeln zu
Aber keiner jubelt gut, keiner jubelt so wie Du.

Ein Satz aus dem Munde eines Sängers, der diesen zweiten Spieltag in Musik meißelt. Der Königsblaue Fläming machte sich erneut und endlich wieder gemeinsam auf den Weg zu einem Bundesligaspiel. Um zehn Uhr Ortszeit am Sammelpunkt zusammengefunden, den Kirchenbus beflaggt habend, starteten wir nach Altes Lager um dort den Andre, unseren Stimmungs-Ultra-Vorsitzenden abzuholen. Allein: der sagte ab. Irgendwas mit Opa geworden und so… Glückwunsch auch an dieser Stelle.

Nun ja, ohne Verzagen fuhr der Erich den Bulli gen Autobahn.

Endlich normale Musik im Auto! Der Bus rollte unaufhaltsam und hätte eigentlich nicht pausieren müssen. Die Belegschaft hatte jedoch Bedürfnisse:

Anschließend Fahrerwechsel, Schalke-Playlist und Einfahrt in Hannover. Und weil eben keiner so gut jubelt wie Schalke-Fans, trafen wir auf einem Baumarktplatz zunächst auf eine Vielzahl an Schalkern, dann auf den Neu-Hannoveraner Martin, der sogleich in Windeseile die für den Fanmarsch zum Stadion verkauften Shirts organisierte. So sahen wir dann auch alle uniform aus:

Einer hübscher als derjenige rechts von ihm…Wahnsinn. Viel wahnsinniger war aber das, was dann passierte. Die dem Vernehmen nach 6000 Mann starke Fanschar setzte sich geschlossen in Bewegung Richtung Stadion. Die Richtung war zwar ne andere als die Polizei sich vorstellte, das kümmerte jedoch nicht. Der Marsch formierte sich beeindruckend:

Und zog sich dann lang und friedlich durch die Stadt:

Das war beeindruckend. Und Spaß hat es noch dazu gemacht. Das Ziel Stadion wurde zügig erreicht und so peilten wir dann fix die nächste Station, die Getränkewagen an. Plural ist hier falsch, weil: gab nur einen. Nun gut, in Hannover kann man ja nun auch wirklich damit rechnen, dass so viele Auswärtsfans kommen. Und dann noch alle auf einmal. Aber wir regelten das, trafen Bekannte und enterten dann nach kurzem, sinnlosen Hickhack wegen eines Beutels doch ins Stadion:

Die Stimmung war bereits bombig. Die Ultras hatten sich noch was Feines für den Start überlegt:

Der Support war spieldurchgängig super. Eigentlich wie immer ein Heimspiel. Das Spiel selbst hatte das gar nicht verdient, denn Schalke zeigte nichts von dem, was die Presse in der Vorwoche noch so hochjubelte. Das Spiel im Prinzip zu Recht verloren. Daher spare ich mir hier den sportjournalistischen Teil. Die Kurve jubelte dennoch wie keine andere und das auch noch, als die Mannschaft kam. Vor allem Benni wurde bejubelt und man ahnte schon da, was heute Realität ist: er wird das letzte mal vor der Kurve gestanden haben.

Ein Sieg hätte diesem perfekten Tag die Krone aufgesetzt, aber dennoch gilt weiterhin:

Kein Weg zu weit
Stundenlange Autofahrten über die A2, aber
Wir sind dabei, wir sind
An Deiner Seite
Ob es regnet oder schneit
Auch wenn alle gehen, wir bleiben (frei nach)

Wir feiern weiter. Trotz und genau wegen solcher Tage.