Dez 05

RasenBall Leipzig vs. FC Schalke 04 e.V.

Am 3.12.2016, nur zwei Wochen nach dem großartigen Erfolg in Wolfsburg trat die Reisegruppe Königsblauer Fläming erneut an. Der Plan sah dabei folgendermaßen aus:

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Seit dem Ende des Spiels sind mehr als 24h vergangen und der Autor des Artikels sieht sich nun in der Lage, reflektiert über dieses gottverdammte Scheißspiel gegen diesen Scheißverein mit diesem Scheißschiedsrichter und dem unsäglichen Ergebnis in einem scheißkalten Stadion über diese Unternehmung zu schreiben.

Wie die Lithurgie solcher Reisen es von uns verlangt, trafen wir uns um 14.30 Uhr bei gefühlt angemessenem Fussballwetter an pikanter Stelle. Dank eifrigen Gewusels um Karten konnten sogar zehn von uns die Reise antreten wobei die Mitreisenden nahezu deckungsgleich mit dem Team von vor zwei Wochen war. Lediglich Marion und Edna wurden durch Manuela und Lennard ersetzt, fügten sich aber erwartungsgemäß hervorragend ins Team ein, als hätten sie nie etwas anderes gemacht.

So bestiegen wir den Bus und schafften die 8 Minuten bis Altes Lager, wo wir eine wichtige Stütze der Abteilung Stimmung und Diplomatie, unseren Andre, einsammeln wollten, ohne große Pausen. Wir waren das erste Mal stolz. Kurze Zigarettenpause und dann aber los, weil eigentlich hatten alle ganz schön Durst waren wir schon ganz schön spät. Die Bustüren waren noch nicht mal geschlossen, da offenbarte sich Frank mit dem Wunsch, uns allen jeweils ein Geschenk in Form einer Kiste Bier machen zu wollen. Da haben wir kurz überlegt und, obwohl wir nicht der Meinung waren, Frank hätte sich besonders bedanken müssen, nahmen wir an. Man muss sich ja nicht unnötig streiten. Später hatte Bodo noch die gleiche Idee und nun, wir entschieden wieder positiv. Das führte im Bus zu bester Stimmung, ich will fast sagen, zu sowas wie Romantik:

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sdr

Manu kümmert sich um die wichtigen Dinge: Kartenverteilung. Gute Frau!

bty

Eine Idylle, sag ich Euch…..

sdr

Nach nur einer Pause waren wir dann pünktlich am Stadion. Naja, zumindest in der Nähe. Kurze Uneinigkeit herrschte über den Weg zur Spielstätte, es kommen erste Verwunderungen über die Logistik auf. Ganze Profis, die wir mittlerweile sind, fanden wir den Weg, wir fanden auch die Kartenkontrolltische, nur leider fand man uns auf den Kartenkontrolllisten nicht. Logistik at it´s best. Aber: wir fanden Martin, der aus KMS zu uns kam, und hey, wir freuten uns dolle! Hier schon dann aber etwas, das sich am Abend häufen sollte: Dämliche Idioten, die einen kausalen Zusammenhang zwischen jedwedem unschönen Ereignis des Abends mit dem Ort des Stadions herstellen wollten und dabei vergaßen, dass alle, die hier versammelt waren, das gleiche Logo auf der Kleidung hatten. Andre, unser Diplomat konnte hier noch beherzt eingreifen und die Stimmung schlichten, wenngleich er die Wahrheit über seine Herkunft, naja, etwas ausdehnte…Lachen mussten wir dennoch. Aber ich schweife ab. Wir waren dann jedenfalls hinter den Eingangstüren, wobei diese mich gleich wieder an die Zustände von Wolfsburg erinnerten. Sei´s drum, wir waren drin. Und mussten Treppen hoch. Und wieder runter. Und wieder hoch. Und als wir dann oben im Block waren: mussten wir wieder runter, um festzustellen, dass in diesem Stadion weder Wege, noch Toilettenanzahl, noch Essensangebot und schon gar nicht das Getränkeangebot erstligareif waren. Hübsch isses dennoch irgendwie:

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Und daher war dann auch die Laune eigentlich bestens:

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Zu diesem Zeitpunkt war zumindest der mittlere Typ noch immer der Meinung, die Auswärtsbilanz weiter in Positive reißen zu können. Wie jeder weiß, war das etwas euphorisch, denn bereits nach 19 Sekunden das hier:

So klar das natürlich niemand von uns gesehen, vielmehr waren wir recht erschrocken über die Entscheidung, weil wir eben das sahen, was war: nichts. Der Typ besaß dann nach dieser Aktion die Dreistigkeit auch noch selbst zu schießen, was aber wiederum passt, weil ein Gefoulter soll ja nicht schießen (diesen Gag habe ich mir nicht ausgedacht, der ist irgendwo im Netz aufgetaucht). Das Ding war drin, der Ärger groß, der Support danach aber super und so wurde auch die Mannschaft immer stärker. Der Jubel beim 1:1 in der 31. Minute den Vorereignissen und der Antipathie geschuldet, brachial. Bis zur Halbzeit war Schalke dann klar spielbestimmend, hätte gut und gern auch in Führung gehen können. Im Block war man durchaus gewillt zu glauben, hier heute was reißen zu können. Doch, history repeating, zwei Minuten nach Wiederanpfiff das 2:1. Das bot den Leipzigern dann die Möglichkeit, ihr cleveres, schnelles und durchaus erfolgreiches Konterspiel durchzuziehen, begünstigt durch große Lücken im Mittelfeld und einer Vielzahl von ungenauen, ja sogar richtigen Fehlpässen. Die Stimmung im Block wechselhaft, dennoch als amtlich zu bezeichnen. Der Schiri sorgte dabei dafür, dass es nie so richtig leise wurde. Mit zunehmender Spieldauer und der Gewissheit, dass es wohl heute nicht reicht, wurde es etwas ruhiger und vor allem kälter. Für etwas anheimelnde und versöhnliche Wärme sorgte dann doch die Mannschaft:

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Tolle Geste, Jungs. Im Nachgang stachelten die RB-„Fans“ die Ultras noch etwas an und ich war ein bisschen froh, dass die beiden Lager durch verschiedene Höhenlagen voneinander getrennt waren.

Der Rückweg zum Bus war dann wieder treppauf, treppab, flussauf- flussabwärts und vor allem kalt. Es war spätestens hier klar: Außer dem Fussball ist hier nichts erstligatauglich. Und wieder diese dämlichen und absolut unnötigen „Wir hassen Ostdeutschland“-Rufe. Aber Schwamm drüber, denn wir fanden unseren Bus! Und wir hatten ja Gott sei Dank unsere Abteilung Stimmung dabei, so dass die Rückfahrt dennoch ein Amüsement wurde:

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Sie gaben einfach nicht auf. Man ist fast geneigt, sie als die Ultras des Königsblauen Fläming zu bezeichnen. Busfahrer Frank brachte uns sicher nach Hause, die Musik war bis kurz vor dem Ziel sogar auszuhalten, wenngleich ich da immer noch Rede-, ja sogar Handlungsbedarf sehe.

Kurzum, abseits aller Widrigkeiten war es ein gelungenes Happening und umso ernüchterter mussten wir feststellen, dass die Reisegruppe Königsblau in dieser Form erst wieder in knapp einem Jahr auf Tour sein wird. Dann aber wieder so richtig. Und dann auch wieder in LE und dann wird Pfand eingelöst, Freunde!

Nov 21

Vfl Wolfsburg vs. FC Schalke 04

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Da rollte er also wieder, unser Bus. Wieder mal nach Wolfsburg, was ja zumindest für den Schreiber dieses Beitrages ein bisher nicht so gutes Pflaster war. Aber der Reihe nach.

Neulich schrieb ich ja über Rituale, und so ist es auch schon rituell, dass gemeinsame Busreisen des Königsblauen Flämings bei Pikant beginnen. Man begrüßt sich, man packt das Nötigste ein:

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Das Bild täuscht. Er hatte nur eine Kiste auf seinen Geburtstag rausgetan. Ein edler Zug und auch an dieser Stelle sei nochmal herzlich gratuliert! Das tat der Stimmung natürlich keineswegs einen Abbruch und die knapp zweikommafünf Stunden bis Wolfsburg mussten auch nicht mehr als nötig unterbrochen werden. Wir überbrückten Zeit unter anderem mit der Dekoration des Busses, Marion managte die Getränkeausgabe souverän,Busfahrer Frank erzählte ein, zwei Schwänke aus der Jugend, der CD-Player spielte die altbekannte Schalke-CD

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So kamen wir bestens gelaunt direkt am Stadion an (ich persönlich liebe ja diese Busplakette) und staunten nicht schlecht über das, was man uns als Begrüßungsgeschenk überlassen hatte:

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Naja…reden wir nicht drüber. Schauen wir lieber, was noch so los war vor dem Spiel:

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SO ein Ding möchte der Fanclub gern zu Weihnachten. Mitglieder kümmert Euch!

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Beste Stimmung also, nette Gespräche mit freakigen Autobauern links und rechts von unserem Bus und dann war aber auch gut, weil nur noch ganz wenig Zeit bis zum Anpfiff. Und auch hier zeigte sich der Vfl von seiner gastfreundlichen Seite und sorgte für kuschelige Stimmung, indem er sage und schreibe zwei Zugangsschleußen öffnete… Dies steigerte nur etwas die Aggression. Oben im Stadion hörte man dann auch Tumulte und als wir endlich drinnen waren, wussten wir auch warum:

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Der Block im Oberrang wird von den Ultras bewohnt, weil man selbige unten nicht reinließ. Damit war dieser Block deutlich überfüllt. Nur gut, dass wir keinen Wert auf Sitzplätze legen. Die Stimmung jedenfalls war von Beginn am amtlich, was vom Spiel noch nicht so richtig sagen konnte. Eher ein reines Mittelfeldgekicke, einige MItglieder sprachen euphemistisch davon, man habe sich den Gegner „zurecht geschoben“. Wie dem auch sei, Schalke kam stärker aus der Kabine, hatte zwei Großchancen, von denen die letzte durch ein elfmeterwürdiges Foul vereitelt wurde, dafür brauchte niemand in der Kurve, wahrscheinlich im ganzen Stadion einen Videobeweis. Ab diesem Zeitpunkt wurde es richtig hitzig im Block, die Stimmung war meiner Meinung extrem gut und auch das Spiel der Schalker wurde nochmal besser. Dann in der 83. Minute das erlösende und heiß umjubelte 0:1. Es sollen sogar Mobiltelefone durch den Block geflogen sein. Solche Trottel möchte ich mal treffen…Sei´s drum, es ist tatsächlich passiert: Lasse war bei einem Spiel in Wolfsburg und Schalke gewinnt.Dieses sensationelle Ereignis wurde heftig gefeiert und sogar die Mannschaft kam extra nochmal in die Kurve um mitzumachen. Ich halte das für ne tolle Geste und bedanke mich:

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Einigermaßen beseelt verließen wir den Block um schon direkt vor dem Stadion die nächste Gastfreundlichkeit vorzufinden: Man verzichtete darauf, uns eine Stadionwurst bereit zu halten. Ich denke, man hat hier aus Sorge um unsere Cholesterinwerte und nicht aus Idiotie so gehandelt. Aber auch dies ließ die Stimmung nicht abreißen, nein die Rückfahrt wurde singend verbracht. Ich für meinen Teil habe das bis zu einem gewissen Teil genossen. Ich denke aber, man wird sich auf der nächsten Mitgliederversammlung intensiv über die Musikauswahl auf derlei Fahrten unterhalten müssen.

Alles in allem, ich muss es so sagen, war das ein perfekter Fussballtag und ich freue mich, dass man mich nicht wie angekündigt von künftigen Fahrten nach Wolfsburg ausschließen wird, denn ich: ICH komme wieder. Und alle anderen auch, da bin ich mir sicher!

In zwei Wochen geht es weiter, dann zum aktuellen Tabellenführer nach Leipzig. Bei meiner Auswärtsbilanz macht mir das aber keine Sorge. Wir werden davon berichten!

 

Nov 14

FC Schalke 04 vs. FSV Mainz 05

3 Wochen nach unserer Fanclubfahrt stand für Manu und mich der nächste Besuch in Gelsenkirchen an.

Gegen 08.45 Uhr starteten wir von Luckenwalde aus unseren Trip und nahmen die gut 500 km bis zu unserer Donnerhalle unter die Räder.

Die Fahrt verlief, Gott sei Dank, problemlos und wir konnten unseren üblichen Boxenstopp an der Raststätte Garbsen einlegen, ohne in Hektik verfallen zu müssen. So ließen wir uns das 2. Frühstück schmecken und machten uns nach gut einer halben Stunde Rast auf den restlichen Weg in den Pott. Nach knapp 2 weiteren Stunden Fahrt tauchte dann das blaue Schild mit der Bezeichnung Gelsenkirchen Buer vor unseren Augen auf. Ich muss sagen, immer wieder ein Anblick, welcher bei mir Kribbeln und Vorfreude auslöst. Wir fuhren dann zunächst ins IBIS Gelsenkirchen, um Quartier zu machen. Da Manu noch ein wenig im Schalker Shop stöbern wollte und auch einen kleinen Wunschzettel von Fanclub Mitgliedern in der Tasche hatte, machte sie sich etwa 14.45 Uhr mit der Tram auf, in Richtung Arena. Ich folgte ihr gegen halb 4 und wir trafen uns, wie verabredet eine gute Stunde vor Anpfiff im Block auf unseren Plätzen.Der Gegner an diesem Spieltag war der FSV Mainz 05, zumindest für unseren neuen Manager kein Spiel wie jedes andere. Mit fortschreitender Uhrzeit stieg die Spannung und wir fieberten dem Beginn des Spieles entgegen.Bei der Vorstellung unserer Mannschaft sendeten die Fans beste Genesungswünsche an unseren Langzeitverletzten Breel Embolo, indem nach dem Vornamen bei jeden Spieler der Nachnahme EMBOLO intoniert wurde.

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Okt 24

FC Schalke 04 vs. Borussia Mönchengladbach

Wochen vorher begannen wir die Tage bis zu unserer Fanclubfahrt Schalke gegen Gladbach zu zählen. Am 02.10.2016 starteten wir zu 18. Um 6.30 Uhr endlich voller Vorfreude aus Jüterbog gen Ruhrpott.
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Sicherlich auf die unchristliche Zeit zurückzuführen, war die Stimmung zunächst etwas verschlafen. Nach einem kurzen Powernap kam auch diese dann ins Rollen. Unzählige Veltins gingen über den Verkaufstresen von Manu. Für die Versorgung der weiblichen Fraktion sorgte Marion mit Sekt und Rotwein. Die weitere Fahrt verlief stimmungsvoll und amüsant. Mit einigen Stopps erreichten wir gegen 14 Uhr Gelsenkirchen. Zunächst wurden wir von unserem Busfahrer am Hotel abgesetzt. Die frühe Abfahrtszeit sollte sich bewähren, denn wir hatten noch genügend Zeit, unsere Sachen abzuladen und uns für das Spiel herzurichten. Die Sitzfraktion machte sich bereits auf den Weg. Nachdem Yves dazu stieß, begab sich auch die Stehfraktion in Richtung Stadion. Unseren Präsi Donald mussten wir jedoch aufgrund von „Unwohlsein“ zurücklassen. Im Stadion angekommen, konnten wir in Ruhe noch eine Kleinigkeit essen und einen sehr guten Platz in der Kurve ergattert. Bis zum Anpfiff um 17.30 Uhr überbrückten wir die Zeit mit quatschen und diversen Kaltgetränken. Die Stimmung im Stadion spiegelte nach dem Anpfiff die Hoffnung der Schalker auf einen Sieg wieder. Nach den ersten fünf Niederlagen war dieser auch überfällig. Schalke dominierte zunächst den Anfang der ersten Halbzeit. Energisch und einsatzbereit erschweren sie die Bemühungen der Gäste. Doch Gladbach wird zunehmend organisierter. Die erste Halbzeit wird torlos abgepfiffen. Zu Beginn der zweiten Halbzeit wird Schalke ein Foulelfmeter zugesprochen.
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Nun lief es fast wie von selbst. Die Fans unterstützten ihre Mannschaft unermüdlich mit Fangesängen. Die gesamte Arena kochte, ein für mich unglaubliches Gefühl. Embolo, der gleich zwei Tore für Schalke erzielen konnte, wurde nach Abpfiff der Partie als Held des Spiels gefeiert. Voller Euphorie trafen wir uns alle zusammen im Bosch. Gemeinsam feierten wir dort das unvergessliche Erlebnis. Wir konnten es noch kaum fassen. Auch unser Präsi war dort wieder anzutreffen. Zu fortgeschrittener Stunde begab sich ein Teil zurück ins Hotel, während der Rest weiterzog. In der nächsten Kneipe feierten wir feuchtfröhlich bis in die frühen Morgenstunden den Sieg. Montag früh traten wir pünktlich nach dem Frühstück die Heimreise an. Geschwächt von der kurzen Nacht verlief diese reibungslos und entspannt. Gegen 18 Uhr trafen wir wieder in Jüterbog ein.
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DIeser Beitrag und die Fotos stammen von Jule.

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